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Welche Kundenservice-Aufgaben sich mit KI automatisieren lassen: 15 wiederkehrende Fälle

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Praxis & Ratgeber

Welche Kundenservice-Aufgaben sich mit KI automatisieren lassen: 15 wiederkehrende Fälle

Welche Kundenservice-Aufgaben sich mit KI automatisieren lassen: 15 wiederkehrende Fälle

Dr. Hendrik Ter Horst - CPO bei Mercury.ai und verantwortlich für das Produkt.

Autor

Dr. Hendrik Ter Horst

Dr. Hendrik Ter Horst

Chief Product Officer @Mercury.ai

Dr. Hendrik Ter Horst - CPO bei Mercury.ai und verantwortlich für das Produkt.

Autor

Dr. Hendrik Ter Horst

Dr. Hendrik Ter Horst

Chief Product Officer @Mercury.ai

Ein Raster aus fünfzehn Kacheln in drei Reihen, die unterste Reihe kräftig hervorgehoben
Ein Raster aus fünfzehn Kacheln in drei Reihen, die unterste Reihe kräftig hervorgehoben

6 Min. Lesezeit

In diesem Artikel

Ein KI-Chatbot übernimmt im Kundenservice vor allem drei Arten von Aufgaben: Er beantwortet wiederkehrende Fragen aus dem Wissen des Unternehmens, erfasst Anliegen im Dialog und gibt sie strukturiert weiter, und er erledigt Vorgänge, wenn er an die passenden Systeme angebunden ist. Was nicht in diese drei Muster passt, übergibt er mit Kontext an das Team. Dieser Beitrag geht 15 Fälle durch, die in fast jedem Serviceteam täglich auftauchen, und zeigt für jeden, was der Chatbot dafür braucht.

Auf einen Blick

  • Auskünfte brauchen eine gepflegte Wissensbasis. Sie sind der schnellste Einstieg.

  • Anliegen erfassen braucht einen Dialog, der die nötigen Angaben abfragt und prüft.

  • Vorgänge erledigen braucht eine Anbindung an CRM, ERP oder Ticketsystem.

  • Übergabe an Menschen gehört zu jedem Fall, mit dem bisherigen Gesprächsverlauf.

  • Der beste Startpunkt sind die Fälle, die am häufigsten kommen und die wenigsten Systeme berühren.

Drei Muster, die fast jede Aufgabe abdecken

Bevor es um einzelne Fälle geht, lohnt ein Blick auf das Muster dahinter. Fast jede wiederkehrende Aufgabe im Service folgt einem von drei Mustern.

Antworten. Der Kunde fragt, der Chatbot antwortet aus Handbüchern, Datenblättern, Website und FAQ. Dafür braucht er nur Zugriff auf das Wissen, keine Systemanbindung.

Erfassen. Der Kunde hat ein Anliegen, das jemand bearbeiten muss. Der Chatbot fragt die nötigen Angaben ab, prüft sie und gibt das Anliegen vollständig weiter, etwa per E-Mail an die Fachabteilung oder als Ticket.

Erledigen. Der Chatbot greift auf ein System zu, liest einen Status oder schreibt eine Änderung. Das ist der wirksamste, aber auch der aufwendigste Teil, weil er eine Integration voraussetzt.

Drei Muster für die Automatisierung im Kundenservice: Antworten, Erfassen, Erledigen, mit dem, was der Chatbot jeweils braucht

15 Fälle aus dem Serviceteam

Auskünfte

1. Fragen zu Produkten und Leistungen. Was ein Produkt kann, welche Variante passt, was im Vertrag enthalten ist: Der Chatbot antwortet aus Produktdaten und Dokumentation, mit Quelle. Das ist meist der Fall mit dem größten Volumen.

2. Technische Fragen aus Handbüchern. Einbau, Bedienung, Wartungsintervall. Die Antwort steht in einem PDF, das der Kunde nicht findet. Der Chatbot findet die Stelle und erklärt sie in der Sprache des Kunden.

3. Fragen zu Rechnung, Fristen und Bedingungen. Wann wird abgebucht, wie lange gilt die Garantie, was kostet eine Expresslieferung. Die Antworten sind gleich, nur die Fragen sind verschieden formuliert.

4. Dokumente und Formulare finden. Datenblatt, Zertifikat, Formular für die Retoure: Der Chatbot liefert den Link oder die Datei direkt, die Suche im Service entfällt.

5. Erreichbarkeit nach Feierabend. Abends und am Wochenende beantwortet der Chatbot dieselben Fragen wie tagsüber und nimmt alles auf, was bis zum nächsten Morgen warten muss. Mehr dazu im Beitrag zur Erreichbarkeit außerhalb der Servicezeiten.

Anliegen erfassen

6. Reklamation und Schadensmeldung. Der Chatbot fragt Bestellnummer, Produkt und Fehlerbild ab und prüft die Angaben, bevor er das Anliegen weitergibt. Das Team bekommt einen vollständigen Fall und muss nicht mehr nachfragen.

7. Serviceanfragen und Technikertermine. Anlage, Standort, Dringlichkeit, Wunschtermin: Der Dialog sammelt, was die Disposition braucht, und gibt die Anfrage weiter.

8. Adress- und Stammdatenänderungen. Neue Adresse, neue Ansprechperson, geänderte Rechnungsanschrift. Der Chatbot erfasst die Änderung im Dialog und übergibt sie, mit Anbindung schreibt er sie direkt ins System.

9. Rückrufwünsche. Wenn ein Anliegen ein Gespräch braucht, nimmt der Chatbot Thema, Erreichbarkeit und Telefonnummer auf. Der Rückruf beginnt dann direkt mit dem Anliegen.

10. Kündigung und Vertragsänderung. Vertrag, Datum, Grund. Ein redaktioneller Dialog führt sicher durch die Schritte, die rechtlich vollständig sein müssen.

11. Vorqualifizierung neuer Anfragen. Was will der Kunde, für welches Produkt, in welcher Menge? Der Chatbot klärt das, bevor er an Vertrieb oder Service übergibt. Wie das die Qualität von Leads verbessert, zeigt der Beitrag zum Website-Chatbot im B2B.

Vorgänge erledigen

12. Bestell- und Lieferstatus. Wo ist meine Lieferung? Mit Anbindung an ERP oder Shop liest der Chatbot den Status und antwortet sofort. Ohne Anbindung kann er nur weiterleiten.

13. Ticketstatus. Wie steht meine Reklamation? Der Chatbot fragt das Ticketsystem ab und nennt den aktuellen Stand.

14. Ticket direkt anlegen. Der Chatbot legt das Ticket mit allen erfassten Angaben direkt im System an und nennt dem Kunden die Nummer.

15. Termine buchen und verschieben. Mit Zugriff auf den Kalender bietet der Chatbot freie Termine an und bucht den gewählten. Wie solche Anbindungen an SAP, Salesforce oder HubSpot aussehen, beschreibt der Leitfaden zur Integration in CRM und ERP.

Was jeder Fall braucht

Fall

Wissensbasis

Dialog

Systemanbindung

1 bis 5, Auskünfte

ja

selten

nein

6 bis 11, Anliegen erfassen

teilweise

ja

optional, sonst Weitergabe per Workflow

12 bis 15, Vorgänge erledigen

teilweise

ja

ja

Die Tabelle erklärt, warum viele Projekte mit Auskünften beginnen. Sie bringen schnell Entlastung und brauchen nur Zugriff auf das Wissen. Die Fälle zum Erfassen folgen, sobald die wichtigsten Dialoge stehen. Die Vorgänge kommen dazu, wenn die Anbindungen eingerichtet sind.

Wo der Chatbot übergibt

Kein Chatbot sollte jeden Fall selbst lösen. Wenn eine Frage nicht in den Quellen steht, ein Kunde verärgert ist oder eine Entscheidung ansteht, übergibt er an einen Menschen, mit dem bisherigen Gesprächsverlauf und den erfassten Angaben. Welche Fragen ein Chatbot gar nicht erst beantworten sollte, beschreibt der Beitrag Was ein Chatbot nicht beantworten sollte.

Womit Sie anfangen

  1. Sammeln Sie die Anfragen der letzten Wochen und sortieren Sie sie nach den drei Mustern.

  2. Wählen Sie drei Fälle mit hohem Volumen, die keine Systemanbindung brauchen.

  3. Prüfen Sie, ob das Wissen dafür in Dokumenten oder auf der Website steht.

  4. Legen Sie fest, an wen der Chatbot übergibt, wenn er nicht weiterkommt.

  5. Erweitern Sie nach dem Start um die Fälle zum Erfassen und danach um die Vorgänge.

Wie Mercury.ai das umsetzt

Mercury.ai bündelt Handbücher, Datenblätter, Website und FAQ im Knowledge Hub und beantwortet Fragen aus diesen freigegebenen Quellen, mit Herkunft der Antwort. Redaktionelle Dialoge im No-Code Studio erfassen Anliegen, prüfen Angaben wie E-Mail, Telefonnummer oder Datum und geben sie per Workflow weiter. Über Integrationen liest und schreibt der Chatbot im laufenden Dialog in CRM, ERP und Ticketsystemen. Kommt er nicht weiter, übergibt er im Agent Desk mit vollständigem Verlauf an Ihr Team. Mehr dazu auf der Seite zum KI-Chatbot für den Kundenservice und im Leitfaden Kundenservice mit KI automatisieren.

Fazit

Die meisten wiederkehrenden Aufgaben im Kundenservice lassen sich einem von drei Mustern zuordnen: antworten, erfassen oder erledigen. Daraus ergibt sich die Reihenfolge fast von selbst. Wer mit den Auskünften beginnt, entlastet das Team schnell und schafft die Grundlage für alles, was danach kommt.

Sie möchten wissen, welche Fälle in Ihrem Service den Anfang machen? Sprechen Sie mit uns.

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